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Minolta X-700: Die Kamera für Profis und Einsteiger zugleich?

Ein Minolta X-700 Test / Review

Minolta X-700 MD Rokkor 45mm 2.0
Minolta X-700* mit MD Rokkor 45mm 2.0


Zur Geschichte der Minolta X-700

Die 80er und 90er Jahre. War es nicht eine tolle Zeit? 1982 an die Macht gekommen, entschied Gorbatschow kurzerhand den Kalten Krieg einzustellen.

Die 80er Jahre Synthesizer Hits und die 90er Jahre Eurodance Zeit werden zwar nicht von jedem gemocht, aber verglichen mit dem sich immer gleich anhörenden Retortengedudel von heute, waren es zwei zumindest prägende Jahrzehnte.

Der Kulminationspunkt dieser weltweiten Party schien die jährliche Loveparade in Berlin zu sein. Extase, Spaß, Sorgenlosigkeit.

Der berühmte Historiker Francis Fukuyama proklamierte die Zeit sogar als Ende der Geschichte, in der es keine globalpolische Widersprüche mehr gebe.

Es gibt aber noch eine weitere Deutung dieser Zeit. Mikrochips erobern die Welt, alles wird computergesteuert und in Plastik verpackt.

Handgemachte Musik wird von computergenerierten Tönen ersetzt. Und der Zusammenbruch der UdSSR war mitnichten das Ende der Geschichte, sondern lediglich eine kurze Verschnaufpause, bis zum 11. September 2001.

Minolta X-700 MD Rokkor 45mm 2.0
Minolta X-700*

Was hat dies alles mit einer Kamera wie der Minolta X-700* zu tun? Die Minolta X-700 trat ein Jahr vor Gorbatschow in die Weltöffentlichkeit. Die „Camera of the Year 1981“ überlebte die politische Karriere des Russen um weitere 8 Jahre.

Erst im Jahr 1999 wurde die Minolta X-700 nicht mehr weiter hergestellt. 18 Jahre Produktion sind ein stolzes Alter in Zeiten, in denen spätestens alle 2 Jahre ein Nachfolgemodell präsentiert wird.


Minolta XD7 XD silber silver

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Ende der 70er Jahre waren Programmautomatiken der letzte Schrei der Kameraindustrie. 1977 führte Minolta mit der XD-7 bereits eine Kamera mit einer defacto Programmautomatik ein, ohne dies wirklich zu bewerben.

Bereits 1978 sprang auch Canon mit der A-1 auf diesen Zug auf und präsentierte seine erste Programmautomatik.

Der Kassenschlager Canon AE-1 wurde ebenfalls im Jahr 1981 von der Canon AE-1 Program abgelöst. Als Antwort auf diese Entwicklung entwarf Minolta die X-700*, die als Spitze der Enthusiastenmodelle über der X-500 und X-300 stand.

Es sollte eine Kamera werden, die von jedem, ob erfahren oder Neuling, bedient werden konnte. Sie sollte sowohl einen einfachen Einstieg bieten als auch erfahrene Hasen ansprechen.

Minolta X-700 MD Rokkor 45mm 2.0
Minolta X-700* MD Rokkor 45mm 2.0

Technische Merkmale

Buzzwords gab es auch damals schon und Minolta geizte nicht dem Geist der Zeit zu folgen:

Computergesteuert war es natürlich und das „MPS“ Logo auf der Front wies dezent auf das „Minolta Program System“ hin, sprich die Programmautomatik.

Allerdings sollte man Minoltas Topprodukt nicht auf diesen einen Punkt reduzieren. Denn die Kamera folgt einer Blutlinie sehr erfolgreicher und hoch angesehener Maschinen, von der SR-T 101 über die XD-7 bis zu X-700*, um nur Einige zu nennen.

Die Ausstattungsmerkmale der Minolta X-700* sind:

  • Belichtungsprogramme P, A und MComputergesteuerte Belichtungsautomatik
  • Arbeitsbereich der Belichtungsautomatik: Belichtungswert 1 – 18
  • Horizontal ablaufender Tuchschlitzverschluss, elektronisch gesteuert, stufenlos von 1/1000s bis 4s im Automatikmodus oder oder stufig von 1/1000s bis 1s im manuellen Modus
  • Integral-mittenbetonte Belichtungsmessung
  • Filmempfindlichkeiten von ASA 25 bis ASA 1600
  • Belichtungskorrektur von -2 bis +2 in halben Blendenstufen
  • Pentaprismensucher mit 95% Abdeckung bei 0,9x Vergrößerung
  • LED beleuchtete Anzeige im Sucher, gewählte Auslösezeit und Modus
  • Blitzsynchronisation von 1/60s
  • Selbstauslöser mit 10s Verzögerung
  • kombinierter Messwertspeicher für die Belichtung und Selbstauslöser
  • Abblendtaste am Bajonett
  • 2x 1,5V Knopfzellen
  • Abmessung und Gewicht: 51,5mm x 89mm x 137mm, 505g (ohne Batterien)

Funktionsweise der X-700

Minolta hat den Auslösevorgang geschickt gelöst. Dadurch, dass im Auslöseknopf ein elektrischer Kontakt sitzt, der merkt, wann ein Finger aufgelegt wird, entfällt das bei anderen Kameras manchmal nervige Halbdurchdrücken, um die Sucheranzeige zu aktivieren.

Finger auflegen und schon werden die LEDs angeschaltet. Einen Fernauslöser gibt es trotzdem direkt am Bajonett.

Das kombinierte Zeiten- und Programmwahlrad als auch das Belichtungskorrekturrad sind fest eingerastet. Man muss also einen kleinen Knopf direkt neben dem jeweiligen Rad drücken, um diese zu entsperren. Ausnahme sind die manuellen Zeiten, die durch prägnantes Klicken eingestellt werden können.

Für Fotografen, die sowieso nur im A oder P Modus arbeiten ist dies sicherlich hilfreich, da so eine versehentliche Verstellung des Rades verhindert wird. Umgekehrt ist es aber auch ein wenig nervig, wenn man laufend zwischen A und M oder P wechselt.

Eine weitere Besonderheit stellt auch der Ein/Ausschalter dar. Dieser kennt drei Positionen. Die mittlere Position ist Aus, daneben die beiden Ein-Positionen, wobei eine der beiden Stellungen eine akustische Warnung einschaltet, die bei Verschlusszeiten unter 1/30s zu piepsen anfängt.

Minolta X-700 MD Rokkor 45mm 2.0
Minolta X-700* MD Rokkor 45mm 2.0

Bedienung

Die Bedienung der Kamera gestaltet sich einsteigerfreundlich und reibungslos. Nutzt man die Automatikmodi, ist man schnell fertig mit der Einstellung der Kamera, Wahlrad auf A und die Blende selbst wählen oder Rad auf „P“ und die „grüne“, kleinste Blende einstellen, meist Blende 16 oder 22.


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Durch Anheben des Rückspulknopfes springt die Rückseite der Kamera auf, Film einlegen, in die Spule stecken, schließen und schon kann es losgehen. Die X-700* hat einen trotz Plastik noch satten Filmtransporthebel, der in zwei Positionen geparkt werden kann.

Zum einen etwas von der Kamera abstehen, sodass zügiger aufgezogen werden kann und zum anderen eine Position direkt am Wahlrad, sodass der Hebel sich nirgends verfangen kann.

Eine gute Idee, wenn auch der Hebel mir persönlich etwas zu abgerundet ist. Der Aufzug an sich ist schön kurz und knackig gehalten.

Insgesamt muss man die Plastikanmutung der Minolta X-700* jedoch mögen. Sie ist keine Kamera mit viel Metall und Leder , wie sie noch in den 70ern üblicherweise zu finden war.

Billig wirkt sie jedoch nicht. Wenn man längere Zeit mit der Kamera unterwegs ist, hat man nie den Eindruck, es könnte gleich etwas abfallen. Klappernde Geräusche produziert sie ebenfalls nicht.

Durch zwei kleine Auswölbungen, eine an der Vorderseite als kleiner Griff und eine Daumenablage an der Rückseite, ist die X-700* auch sehr ergonomisch zu halten. Die Hand wird zu keiner Zeit müde.

Minolta X700 X-700 X 700
Minolta X-700* MD Rokkor 45mm 2.0

Mein Fazit zur Minolta X-700

Insgesamt stellt die Minolta X-700* eine gute Anfängerkamera dar, die gefahrlos im Automatikmodus betrieben werden kann, aber auf Wunsch natürlich auch voll manuell zu nutzen ist.

Die Elektronik in der Kamera ist auch nicht besonders anfällig. Natürlich geben einem rein mechanische Kameras ein besseres Gefühl hinsichtlich einer etwaigen Reparatur, dennoch kann das elektronische Innenleben der Minolta X-700 als durchaus robust bezeichnet werden.

Käufer sollten darauf achten, dass die Kamera mit eingelegten Batterien korrekt auslöst und die Sucher-LEDs alle funktionieren. Sollte es an dieser Stelle Probleme geben, würde ich die Finger davon lassen.


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Es sind genügend andere X-700* auf dem Markt, wenn man sich die lange Produktionszeit der Kamera vor Augen hält. Für 60 – 80€ sollte ein gutes, getestetes Exemplar zu haben sein(Stand 2019).

Die X-700* ist, wie so viele andere Dinge auch, ein Kind ihrer Zeit. Die 80er und 90er Jahre werden von einigen verehrt, von anderen gehasst. Gründe für beide Ansichten gibt es genügend. Ebenso zwiespältig könnte auch das Fazit zur X-700 ausfallen.

So einsteigerfreundlich wie sie ist, könnte es für fortgeschrittenere Fotografen evtl. bessere Lösungen geben. Aber so ist es oft im Leben, man kann nun mal nicht alles haben – obwohl mit einer Minolta X-700 hat man schon eine ganze Menge, vor allem Gutes.

TR

Kamerakult

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6 Comments

  • Reply
    Micha Spiegi
    4. November 2020 at 7:41

    Sehr geehrter Herr Ruschel,

    ich wundere mich immer wieder wie über die Minolta X 700 geurteilt wird. Ich sehe die Kamera als Zeitzeuge und beurteile sie rein aus dem Praxisnutzen als Fotograf.

    In Ihrem Fazit schreiben Sie: “So einsteigerfreundlich wie sie ist, könnte es für fortgeschrittenere Fotografen evtl. bessere Lösungen geben.” Welche sollen die besseren Lösungen sein?

    Im eigenen Hause ziehe ich die X 700 jeder XD 7 vor. Mein Partner zur X 700 ist seit mehr als 35 Jahren eine SR-T 303! Diese funktioniert ohne Strom und kann den Spiegel feststellen. Im Gegensatz zur XD 7 hat die 700 einen Haupschalter, einen Meßwertspeicher und kann Blitzlicht durch das Objektiv messen. In der Praxis sind diese Ausstattungsmerkmale in meinen Augen deutlich wichtiger als ein schönes Auslösegeräusch oder die Anmutung von Metall. Wer auf Schwermetall steht greife bitte zur SR-T. Leider fehlt ihr der Okularverschluß! Den Spiegel können beide nicht feststellen.

    Zur Vergleichbarkeit mit den Mitbewerbern: Von Contax/Yashica halte ich nicht viel. Überbewertet, Objektiv nicht besser aber teuer. Nikon: die Sucher der FE/FM sind eine Katastrophe (das sage ich der mehr als 20 Jahre prof. mit Nikon fotografieren mußte). Auch diese beiden Kameras können den Spiegel nur über den Selbstauslöser vorauslösen. Das ist in der Praxis großer Mist. Canon: wer sie mag soll sie kaufen. Sie geben sich nicht viel zu Minolta. Pentax: auch hier sehe ich nur geringe Unterschiede zu Minolta. Es bleibt Olympus: das ist eine Sache für sich. Teuer, klein, leicht und selten; insbesondere Objektive. Über Leica möchte ich nicht philosophieren: absolut überbewertet, überteuert, störanfällig, schwer und groß. Allenfalls eine leicht verbesserte XD 7.

    Fazit: im Hinblick auf die Kosten, den Nutzen und die Verfügbarkeit ist die X 700 besser als ihr Ruf. Wer fotografieren kann brauch bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr. Makrospezialisten werden Olympus wählen. Sportfotografen Nikon oder Canon und wer auf dicke Hose machen möchte Leica.

    • Reply
      thomas
      4. November 2020 at 18:48

      Hallo Herr Spiegi,

      ich kann Ihrem Gedankengaz gut folgen und möchte ihm auch nicht widersprechen. Zum Glück gibt es für jeden von uns das passende Gerät, da auch jeder andere Vorlieben hat. Manche sehen sich eher als Fotografen, andere z. B. eher als Kameraliebhaber. Mit fortgeschritten meinte ich auch z. B. auch die Blitzsynchronzeit, die mit 1/60 für meinen Geschmack etwas langsam ist, auch wenn ich zugegebenermaßen kein großer Blitz-Fotograf bin.

  • Reply
    Micha Spiegi
    5. November 2020 at 13:57

    Hallo Herr Ruschel,

    eine vergleichbare Kamera (Zeitautomatik) mit einer schnelleren Blitzsynchronzeit und einer TTL-Blitzautomatik zu finden dürfte schwierig werden. Aus der Zeit Anfang der Achtziger fällt mir spontan nur die Nikon FE-2 ein (vielleicht noch Pentax LX/Canon F1???? – Synchrozeiten kenne ich nicht). Die Nikon spielt aber preislich in einer völlig anderen Liga. War sie vor mehr als 35 Jahren schon deutlich teurer als die X 700, so dürfte sie heute – gebraucht – mindestens doppelt so viel wie eine Minolta kosten. Die Canon T 90 wurde – wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht – erste einige Jahre später vorgestellt. Diese hat aber einen eingebauten Motor, ist viel größer als die Minolta und somit nur schwer zu vergleichen. Auch sie kostet wahrscheinlich erheblich mehr als die Minolta.

    Bleibt die noble Nikon mit den heute extrem teuren Objektiven die leider nicht besser sind als die Minoltalinsen. Sie kann theoretisch wahrscheinlich alles besser, sie hat eine brauchbare Nachführmessung, man kann selbst die Sucherscheiben austauschen und verfügt sogar über eine versteckte Spiegelvorauslösung (Selbstauslöser). Leider ist ihr Sucher eine Frechheit. Er ist nicht nur dunkel sondern auch extrem unübersichtlich. Besonders für Brillenträger. Weiter kann man die Nadelanzeige des Belichtunsmessers in vielen Situationen nur schwer ablesen. Ferner ist sie störanfällig.

    Über die unpraktische Lösung der Auslösesperre à la NIkon über den Schnellschalthebel möchte ich erst gar nicht nachdenken. Wer mit dem linken Auge durch den Sucher schauen möchte wird sie verfluchen. Ständig bleibt die auslösebereite Knipse irgendwo hängen oder sticht ins rechte Auge. Will man das umgehen muß man den schweren und extrem lauten Motor an die Kamera schrauben.

    • Reply
      thomas
      5. November 2020 at 18:00

      Da gebe ich Ihnen natürlich Recht, rein von den Spezifikationen ist die X700 keine schlechte Kamera. Allerdings spielt für mich und bestimmt auch noch den ein oder anderen mehr als nur die Spezifikation eine Rolle. Für mich persönlich knapp zusammengefasst: Wie viel Spaß macht die Kamera mir? Da sehe ich einige Kameras noch vor der X700. Ihre Qualitäten bleiben ihr dadurch natürlich unbenommen.

  • Reply
    Micha Spiegi
    6. November 2020 at 6:43

    Hier unterscheiden sich wahrscheinlich die Ansprüche des Praktikers von den Idealen des Liebhabers.

    Für mich kommt es in erster Linie auf Praxisnutzen, Bedienbarkeit und Wirtschaftlichkeit an. Der Liebhaber, der das Teil in den Schrank stellt oder nur hin und wieder einen Film bei Sonnenschein am Sonntagnachmittag belichtet, mag das anders sehen. Welcher Name auf der Kamera steht interessierte mich nie. Mein Ziel sind und waren ausschließlich Fotos. Nicht das teuerste und schönste Handwerkzeug zu besitzen.

    Warum also Minolta? Nikon und Leica (SLR) schieden von vornherein aus weil entweder alles in die «falsche» Richtung dreht oder übertreuert, nicht wirklich besser, zu schwer oder gar schlecht gebaut (Spiegelvorauslösung [wenn überhaupt vorhanden] dann nur mit zwei Drahtauslösern) ist. Weiter kommt erschwerend der teuere und arrogante Kundendienst dazu. Meine Erlebnisse und Erfahrungen zum Belichtungsmesser der M 6 reichen bis ans Lebensende; nie wieder LEICA! Man brauchte in Wetzlar Jahre um sich einzugestehen und zuzugeben daß ein Konstruktionsfehler vorlag. Bis dahin beschimpfte man die Nutzer der Unfähigkeit. Ein Oberschlaumeier sprach mir sogar die Leicareife ab.

    Canon baute wunderschöne und optisch geniale Objektive. Leider fand ich keine Kamera überzeugend. Die alte F 1 vielleicht, wären nur die Sucher besser gewesen. Blieben Pentax und Olympus. Contax klammere ich einmal aus. Es hatte gute Gründe wieso man nie erfolgreich war. Bei Pentax fand ich, wie meist, die dunklen Sucher schwach. Olympus hätte es u.U. werden können. Leider etwas teuer im Vergleich zu Minolta. Auch waren die Objektive meist schwächer; dafür aber preislich anspruchsvoller. Wieder störten mich die Sucher. Bei der OM 1/2 zwar riesengroß, dafür aber dunkel und schwer überschaubar.

    Fazit: Minolta war für mich der Preis-/Leistungssieger.

    Die X 700 löste für einen Appel und ein Ei die von mir ungeliebte Leica M 6 ab. Sie war nicht viel größer, ließ sich aber im Einsatz dank hellem und klarem Sucherbild besser einstellen, hatte eine Zeitautomatik und der Belichtungsmesser zeigte mit nachlassenden Batterien keinen Mist mehr an. Einzig die Lautstärke war hin und wieder ein Problem. Auch hatte ich den Eindruck daß man mit der Leica längere Verschlußzeiten aus der Hand nutzen konnte. Das wog aber bei weitem ihre Nachteile nicht auf.

    • Reply
      thomas
      6. November 2020 at 10:02

      So ist es, der Liebhaber wird die Kameras aus einem anderen Winkel betrachten als der Praktiker. Und selbst da hört die Unterscheidung ja nicht auf. Ist für den einen der helle Sucher wichtig, steht für den anderen vielleicht das Gewicht im Vordergrund. Oder jemand ssucht einfach nur eine gute Kamera, um sein Lieblingsobjektiv zu nutzen. Zum Glück gibt es diese Vielfalt, wie langweilig wären die Diskussionen ohne.

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